Geschichte

Die im November 1980 in Betrieb genommene Brückenmeisterei diente als Zentrale für die Prüfung und Unterhaltung von zahlreichen Bauwerken, darunter 490 Brücken zu Land und zu Wasser. Von der Spennrath Brücke aus betrachtet wurde das Gebäude einem Schiffskörper ähnlich auf der Seestraßeninsel errichtet.

 

Brückenmeisterei
erbaut 1978-1980 auf der Seestraßeninsel
Architekt: Rainer G. Rümmler

1978-1980 als Zweckbau errichtet, wurde die  Brückenmeisterei 2006 stillgelegt und befand sich bis 2012 im Leerstand. Rümmlers Liebe zum Detail spiegelt sich auch im Entwurf dieses Bauwerks der Poparchitektur wieder.

Das detailreich gestaltete Treppenhaus im Inneren des Bauwerks wird von einem massiven Geländer dominiert.

Und außerdem wurde das Treppenhaus mit grünen Fliesen und roten, überdimensionierten Schriftzügen zur Bezeichnung der einzelnen Etagen versehen.

Bauphase Brückenmeisterei um 1979 auf der Seestraßeninsel in Berlin

 

2013 - Brückenmeisterei vor den Umbauarbeiten

Die im Jahr 2013 vom jetzigen Betreiber erworbene ehemalige Brückenmeisterei wurde zu einem exklusiven Foto-, und Filmstudio sowie einem Ort für Veranstaltungen aus dem Kunst-, und Kulturbreich umgebaut.

2013 - eine der Werkshallen vor dem Umbau zu Studio 1

 

2013 - der östliche Teil des Gebäudes wird nahezu skelettiert. Die wasserseitigen Öffnungen wurden in den Stahlbeton geschnitten.

 

Die Farbgebung der Fassade wurde von ursprünglich grün zu lichtgrau verändert. Die roten Fenster blieben erhalten.

2013 - das Studio 1 nach den Umbauarbeiten

2013 - Ostansicht der ehemaligen Brückenmeisterei nach den umfangreichen Umbauarbeiten

2013 - Südwestansicht der ehemaligen Brückenmeisterei nach den Umbauarbeiten

Gestaltet wurde die Brückenmeisterei, die in den Jahren 1978 - 1980 auf der Seestraßeninsel in Moabit errichtet wurde, vom Architekten Rainer G. Rümmler der bis 1994 als Leiter der Entwurfsabteilung und Baudirektor der Senatsbauverwaltung Berlin tätig war. Von Mitte der 1960er bis Mitte der 1990er Jahre war er als Architekt ebenfalls für die Gestaltung annähernd aller neu erbauten U-Bahnhöfe in Berlin verantwortlich. Neben diesen U-Bahnhöfen entwarf er u.a. auch die Feuerwachen in Kladow und Wannsee sowie die heute unter Denkmalschutz stehende Raststätte Dreilinden, die in die Stilrichtung Poparchitektur einzuordnen ist.

Rainer G. Rümmler - U-Bhf Adenauerplatz
eröffnet 28. April 1978

Rainer G. Rümmler - U-Bhf Siemensdamm
eröffnet 1. Okt. 1980

Rainer G. Rümmler unterschied sich von seinen Vorgängern darin, dass er U-Bahnhöfe nicht als reine Zweckbauten betrachtete. So sind „seine“ Bahnhöfe mehr als Einzelkunstwerke zu betrachten, die sich durch besondere Farbakzente und Materialien für die Gestaltung der Oberflächen auszeichnen. So wollte er mit Farben und Formen einen Bezug zum Namen der jeweiligen Station oder gar zur Umgebung herstellen was ihm durchaus gelungen ist

Rainer G. Rümmler -U-Bhf Fehrbelliner Platz
eröffnet 29. Jan. 1971

Rainer G. Rümmler unterschied sich von seinen Vorgängern dadurch, dass seine U-Bahnhöfe nicht einfach Funktionsgebäude waren, sondern als einzigartige Kunstwerke zu sehen sind, die sich durch attraktive farbliche Akzente und Materialien an der Oberfläche auszeichnen. Er wollte die Farben und Formen der Umgebung mit jeder einzelnen Station in Beziehung setzen, was ihm durchaus gelang.

Mit dem von 1968 - 1973 erbauten “Dreilinden” Bauwerk (ehem. alliierter Checkpoint Bravo) hat sich Rainer G. Rümmler ein Denkmal gesetzt. Ein Meisterstück der Poparchitektur.

 

Rainer G. Rümmler
02. Juli 1929 - 16. Juni 2004

Es bleibt ein Rätsel, weshalb es zu diesem herausragenden Vertreter der 70er Jahre Poparchitektur immer noch keine Publikationen gibt. Rümmler war seiner Zeit weit voraus und hat jegliche Würdigung verdient.  Seine außergewöhnlichen Bauten wurden oft kritisiert (wie bei wegweisender Architektur fast schon üblich), doch Rümmler hat bis zuletzt hinter jedem seiner Projekte gestanden. Am 16. Mai 2004 verstarb Rümmler im Alter von 74 Jahren in Berlin.  Er wurde auf dem Friedhof „In den Kisseln“ in Berlin-Spandau beigesetzt.